Projekt LFKS
Landesfeuerwehr und Katastrohenschutzschule in Koblenz    
Wie Feuerwehrleute mit einer Modellandschaft im Maßstab 1:87 den Ernstfall üben


Jedes Bundesland in Deutschland verfügt über eine Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS). Die von Rheinland-Pfalz
ist in Koblenz beheimatet. Jeder Feuerwehrmann der z.B. Gruppenführer werden möchte muss hier für 2 Wochen die Schulbank
drücken. Bewährtes Hilfsmittel bei diesem Unterricht sind Modellbausätze im Maßstab 1:87. Hiermit können die Szenarien an
sogenannten Planübungsplatten sehr plastisch und verständlich dem Lehrgangsteilnehmer vermittelt werden. Mit Hilfe von
modernen Minikameras, die in die Modelllandschaft platziert werden, kann eine Gefahrensituationen aus einer realistischen
Perspektive am Monitor dargestellt werden.

Die bis dato verwendeten, einfachen, Planübungsplatten waren, gemessen an den heutigen Anforderungen, nicht mehr zeitgemäß.
Doch wie sollte ein Ersatz aussehen und noch wichtiger : Wer sollte dies planen und als Modell umsetzten ? Durch einen
Werbeflyer wurde die LFKS schließlich auf den Modellbauclub Koblenz aufmerksam und eine entsprechende Anfrage platziert.
Dies war die Geburtsstunde eines beispielgebendes Projektes welches selbst heute, Ende 2003 noch weiter besteht. Aber dazu
später mehr ... Die anfängliche Skepsis Angesichts der Dimension dieses Projektes war bei den Modellbauern zu Beginn recht
groß. War es doch recht unbekanntes Terrain auf welches man sich begab. Da hieß es für selbst für die routinierten
Modellbauer : „learning by doing“.

Ein Set dieser Planübungsplatten besteht aus vier Einzelsegmenten von jeweils 1 Quadratmeter wobei die Platte selbst
10 cm dick ist . Jeder Modellbauer vermag sich vorzustellen das 4 Quadratmeter im Maßstab 1:87 eine große Fläche ist.
Im Laufe von 4 Jahren wurden 6 dieser Sets erbaut, d.h. insgesamt 24 Quadratmeter. Zusätzlich wurde Wert darauf gelegt das
ein Großteil der Sets untereinander kombinierbar sind. Dies betrifft Straßenanbindungen und den Geländeverlauf. In etwa
2400 Arbeitsstunden (Freizeit der Modellbauer) entstanden so die Sets „Innenstadt“, „Vorstadt“, „Dorf und Landwirtschaft“,
„Autobahn und Zubringer“, „ICE-Trasse“ und „Industriegebiet und Hafen“. Das Modul „ICE-Trasse“ war zum Zeitpunkt der
Fertigstellung in Deutschland einzigartig. Die Pläne für die Platten wurden von einem Architekten erstellt und orientierten
sich teilweise an Original Straßenzügen von Koblenz. Insgesamt wurden Modellbausätze im Wert eines fünfstelligen Betrages
„verbaut“.

Die besondere, Modellbauerische, Herausforderung stellten die vielen kleinen “Extras” dar. Verwendung fanden dabei
handelsübliche Gebäudebausätze im Maßstab 1:87, die ggfls. den besonderen Gegebenheiten angepasst wurden. So wurde z.B. Ein
Hochhaus so weit “aufgestockt”, dass maßstäblich eine Höhe erreicht wurde, die den Einsatz von Drehleitern bei einem Brand
in den oberen Stockwerken nicht mehr zulässt. Verschiedene Gebäude wurden auch “unterkellert” oder Tunnel eingebaut. Die
zuletzt gefertigten Platten verfügen zusätzlich über verschiedene Austauschmodule. D.h. das erste Modul besteht aus einem
intaktem Haus-Modell. Das zweite Modul zeigt das gleiche Modell, diesmal jedoch ausgebrannt oder teilweise zerstört. Diese
Konstruktionen sind die „Highlights“ der ganzen Anlange und in dieser Form auch einzigartig. Fotos von realen Unglückstellen
halfen hier die Zerstörungen am Modell realistisch aussehen zu lassen. Unzählige PKW-, LKW-, und Bus-Modelle im Maßstab 1:87
wurden von Mitgliedern des Modellbauclub Koblenz schwer beschädigt dargestellt um möglichst realistische Unfallorte
entstehen zu lassen. Mehr Fotos hierzu sind unter www.mbc-koblenz.de zu betrachten.

Eine besondere Ehre wurde dem Modellbauclub Koblenz im Jahr 2000 zu Teil : Als besonderen Dank und Anerkennung für die
geleisteten Arbeit wurde durch den Schulleiter der LFKS eine Ehrenmedaille des Innenministers des Landes Rheinland-Pfalz
überreicht.

Obwohl das Projekt der Planübungsplatten heute abgeschlossen ist geht die beispielgebende Zusammenarbeit Modellbauclub
und Feuerwehrschule weiter. Verschiedene Planübungsplatten der ersten Serien werden noch mit Austauschmodulen nachgerüstet
um den Unterricht noch flexibler gestalten zu können. Hinzu kommen Wartungs- und Reparaturarbeiten da bei fast täglichem
Gebrauch der Modellandschaft „Bruch“ eigentlich unvermeidlich ist. Der nächste Alarm in H0-City steht schon auf dem
Stundenplan !
Projekt LFKS, Feuerwehr und Katastrophenschutzschule Koblenz
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